Jeudi, 20 juin 2019

Sind GDI-Benziner noch gefährlicher als Dieselfahrzeuge?

Direkteinspritzer, welche seit Jahren in Verkehr gelangten, stossen im Durchschnitt 63-Mal so viele ultrafeine Russpartikel aus wie ein sechs Jahre altes Dieselauto mit Partikelfilter, maximal sogar bis zu 1000-Mal mehr Partikel. Auf diesen Russpartikeln haften 6 bis 38 Mal mehr krebserregende Substanzen als auf den Russemissionen von Dieselautos. Diese Russpartikel transportieren diese krebserzeugenden Substanzen, die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), via Lunge in die Blutbahn des menschlichen Körpers. Einmal eingeatmet, bleiben solch kleine Partikel gemäss Empa-Forscher Norbert Heeb faktisch für immer im Körper. Das Krebspotenzial dieser Abgase lag gemäss der interdisziplinären GasOMeP-Studie bis zu 17-Mal höher als beim untersuchten Diesel-Fahrzeug mit Partikelfilter. Zudem lagen bei den an der Empa gemessenen Autos das krebserzeugende Benzo(a)pyren bis zu 1700-fach über dem Grenzwert der EU-Richtliniegsluft. Erst seit dem 1. September 2018 müssen neu zugelassene Fahrzeuge mit GDI-Motoren die gleichen Partikelgrenzwerte einhalten wie Dieselmotoren.

Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

 

1. Seit wann hat der Bundesrat Kenntnis der neuen Risiken für die Gesundheit aus der EMPA-Studie GasOMeP, die von Benzinautos mit Direkteinspritzung (GDI-Motoren) ausgehen?

 

2. Wie viele Fahrzeuge in der Schweiz sind davon betroffen und wie viele waren bei der Zulassungskontrolle ohne und wie viele mit einem wirksamen GDI-Partikelfilter (Abscheidung ca. 98%) ausgestattet?

 

3. Wäre es aufgrund der gemäss Studie grossen gesundheitlichen Risiken, die von den GDI-Fahrzeugen ohne Partikelfilter ausgehen, nicht sinnvoll, auch bestehende GDI-Benzinfahrzeuge mit einem wirksamen Partikelfilter nachzurüsten?

 

4. Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, dass Neuzulassungen dem technisch möglichen Stand entsprechen?

 

4. Muss nicht davon ausgegeangen werden, dass die Hersteller seit Jahren von diesen massiven neuen gesundheitsschädigen Wirkung wissen mussten und dies (wieder) bewusst verschwiegen?

 

5. Wäre aus den bisherigen Skandalen mit zu viel CO2, zu viel NOX und immer wieder zu viele Partikel im Realbetrieb nicht abzuleiten, dass die Automobilbranche wegen bewusstem, mehrfachem und schweren Verletzen von Umweltrecht und Gesundheitsschutz haftbar gemacht werden sollte und auf Schadenersatz einzuklagen wäre?

 

Eingereicht von: Martin Bäumle